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Archiv für Vorträge
Made in Germany: Links eine Solarfolie von Heliatek – Rechts eine Kaplan-Turbine von Voith (Fotos: Heliatek, Voith)

Am Dienstag, den 11. Juni 2013 kommen Dr. Roland Münch, Mitglied der Voith-Konzerngeschäftsführung, und Dr. Martin Pfeiffer, Chief Technology Officer der Heliatek GmbH, an die Hochschule Ulm. Sie halten jeweils einen Kurzvortrag, und anschließend gibt es Gelegenheit zur Diskussion zum Thema:

Unternehmerischer Erfolg mit Technologien
für die Energiewende Geht das?

Beginn: 17.45 Uhr, Ort: Aula der Hochschule Ulm, Prittwitzstraße 10.

Die Veranstaltung ist öffentlich. Die Teilnahme ist kostenfrei. Nicht nur Studierende und Mitarbeiter der Hochschule Ulm sind also herzlich eingeladen.

Hilfreiche Informationen (z. B. zu den Parkmöglichkeiten) finden Sie in einem 4-seitigen pdf-Dokument (erster Link). Außerdem können Sie das querformatige Plakat gerne nutzen, um Kollegen und Bekannte auf den Vortrag aufmerksam zu machen (zweiter Link).

Dr. rer. nat. Martin Pfeiffer studierte von 1988 bis 1995 Physik an der Universität Tübingen und der Technischen Universität Dresden. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre folgte die Promotion am Institut für Angewandte Photophysik der TU Dresden. Von 2000 bis 2005 leitete Dr. Pfeiffer dort die Gruppe „Organische Optoelektronik“ zur Erforschung grundlegender Halbleitereigenschaften dotierter organischer Schichten. Im Juni 2006 war er einer der sechs Gründer der Heliatek GmbH. Als deren Technischer Geschäftsführer (Chief Technology Officer, CTO) ist er unter anderem für die F+E-Arbeiten an den Standorten Dresden (Physik und Bauelemententwicklung) und Ulm (Chemieentwicklung) verantwortlich. Zusammen mit Prof. Dr. Karl Leo und Dr. Jan Blochwitz-Nimoth gewann Dr. Pfeiffer 2011 den mit 250.000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis.

Dr. Martin Pfeiffer war 2006 einer der Gründer der Heliatek GmbH. Als deren Chief Technology Officer leitet er die F+E-Aktivitäten. 2011 gewannen er, Karl Leo und Jan Blochwitz-Nimoth den Deutschen Zukunftspreis.


(Foto: Deutscher Zukunftspreis)

Die Heliatek GmbH wurde 2006 als gemeinsame Ausgründung der TU Dresden und der Universität Ulm gegründet. Zu den Industriepartnern und Investoren zählen Bosch und BASF. Heliatek zählt zu den Technologieführern im Bereich der organischen Photovoltaik (OPV). Aktuell vollzieht das Unternehmen den Wandel von der reinen Technologieentwicklung hin zur industriellen Produktion. Mitte 2012 wurde am Heliatek-Standort Dresden die erste Anlage für die Produktion flexibler OPV-Folien in Betrieb genommen.

Die Solarfolien können in Anwendungsfeldern eingesetzt werden, die mit traditioneller Photovoltaik bisher nicht möglich waren. Aufgrund ihres niedrigen Gewichts und der möglichen Transparenz können die Folien z. B. in Baumaterialien, Autodächer oder Stadtmöblierung integriert werden. Im Januar 2013 meldete Heliatek einen neuen Weltrekord für organische Solarzellen: 12 Prozent Zelleffizienz. Mehr über Heliatek erfährt man auf den Internetseiten des jungen Unternehmens. Auch die Seiten zum Deutschen Zukunftspreis 2011 sind sehr ergiebig.

Nach seinem Studium der Elektrotechnik an der Universität Fridericiana in Karlsruhe war Dr. Roland Münch als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Allgemeine Elektrotechnik und Hochspannungstechnik der RWTH Aachen tätig. Hier promovierte er 1990. Ab 1991 war Dr. Münch Entwicklungsingenieur im ABB-Konzern. 1998 wurde er Vorstandssprecher der ABB Calor Emag Schaltanlagen AG, Mannheim, 1999 CEO und Country Manager von ABB Malaysia. 2002 wechselte Dr. Münch zum Voith-Konzern in Heidenheim. Im Oktober 2002 übernahm er die Leitung des Geschäftsbereichs Voith Paper Automation. Seit 2006 ist er Mitglied der Konzerngeschäftsführung und führt seit 2008 den Konzernbereich Voith Hydro.

Dr. Roland Münch ist seit 2006 Mitglied der Voith-Konzerngeschäftsführung. Seit 2008 führt er den Konzernbereich Voith Hydro.


(Foto: International Hydropower Association/Voith GmbH)

Die ca. 42.300 Mitarbeiter des Voith-Konzerns (Sitz in Heidenheim an der Brenz) erwirtschafteten 2011/12 5,7 Mrd. Euro Umsatz. Damit zählt das schwäbische Familienunternehmen zu den großen Firmen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Wer auf der Voith-Homepage startet, findet dort reichlich Informationen über den Konzern, seine Geschäftbereiche, Produkte und Märkte.

Voith Hydro ist einer der führenden Anbieter von Anlagen und Dienstleistungen im Bereich der Wasserkraft. Große und kleine Wasserkraftwerke sowie Pumpspeicherkraftwerke bilden den Kern des Angebotsspektrums. Daneben entwickelt Voith Hydro im Bereich der Meeresenergien innovative Technologien zur Nutzung von Gezeitenströmungen und Wellen zur Stromerzeugung. Im letzten Geschäftsjahr (2011/12) stiegen die Umsatzerlöse von Voith Hydro auf 1,3 Mrd. Euro. Der Geschäftsbereich hat rund 5.000 Mitarbeiter.

Wer schon im Voraus etwas tiefer einsteigen möchte, kann hier nachlesen, welche zentrale Bedeutung die Wasserkraft im globalen Energiemix der Zukunft hat. Im Voith-Magazin “HyPower” 1/2012 gibt’s ein zweiseitiges Interview mit Dr. Münch unter der Überschrift “Developing Future Prospects”:

Anmerkung zu den Textquellen: Die Informationen über Dr. Pfeiffer, Dr. Münch, Heliatek und Voith sind größtenteils den Internetseiten der beiden Unternehmen sowie denjenigen zum Dt. Zukunftspreis entnommen.

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Lean Management in der Praxis

Steffen Wettengl | 10.06.2012 | RaKo, Vorträge 3 Kommentare
Produktion im Reinraum bei der Strubl KG • Dr. Christoph Strubl
(Fotos: Strubl KG, Universität Erlangen-Nürnberg)

Am Freitag, den 22. Juni 2012 hält Dr. Christoph Strubl, geschäftsführender Gesellschafter der Strubl KG Kunststoffverpackungen, im Rahmen der Vorlesung “Rationalisierung und Kostenrechnung” den Vortrag:

Lean Management – Prinzipien und Methoden in der Praxis eines mittelständischen Unternehmens

Beginn: 9.50 Uhr, Ort: Raum Q 102 der Hochschule Ulm, Campus Oberer Eselsberg

Die Prinzipien des Lean Management à la Toyota und Taiichi Ohno (siehe den Blog-Eintrag “Taiichi Ohno und die zweite Revolution in der Automobilindustrie“) lassen sich nicht nur bei japanischen Autoherstellern erfolgreich verwirklichen, sondern auch bei Familienunternehmen in Deutschland. Sehr anschaulich wird das am Beispiel der Strubl KG. Erfahrungen aus erster Hand bringt deren Geschäftsführer Dr. Christoph Strubl mit zu seinem Praxisvortrag am 22. Juni. Für Teilnehmer meiner Vorlesung “Rationalisierung und Kostenrechnung” ist der Vortrag eine Pflichtveranstaltung mit klausurrelevantem Inhalt. Wer sich darüber hinaus für den – gewiss hochinteressanten – Vortrag interessiert, ist ebenfalls sehr herzlich eingeladen.

Die Strubl KG Kunststoffverpackungen wurde 1949 gegründet. Rund 100 Mitarbeiter produzieren in Wendelstein und Nabburg Kunststoffverpackungen wie Folien und Beutel, aber auch sogenannte Plug&Pack-Verpackungssysteme. Seit Kurzem gehören auch Reinraumverpackungen zum Leistungsspektrum des fränkisch-oberpfälzerischen Familienunternehmens. Jährlich werden ca. 20 Millionen Euro Umsatzerlöse erwirtschaftet. Auf den Internetseiten des Unternehmens findet man unter anderem ein anschauliches Video (unter “Unternehmen”).

Dr. Christoph Strubl (Jahrgang 1963), Diplom-Kaufmann, war von 1988 bis 1994 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Industriebetriebslehre der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg bei Prof. Dr. Werner Pfeiffer sowie Mitglied der Forschungsgruppe für Innovation und Technologische Voraussage. 1993 promovierte er mit der Dissertation “Gestaltungsprinzipien zur Gestaltung zeitorientierter Unternehmen”. Seit Mitte 1994 leitet Dr. Strubl als Geschäftsführer und Komplementär zusammen mit seinem Bruder die Strubl KG. Zu seinen Aufgabenschwerpunkten zählen dort Organisation, Controlling, IT, Qualitätssicherung und der Vertrieb für die Reinraumverpackungen, dem jüngsten Geschäftsfeld des mittelständischen Unternehmens mit Sitz in Wendelstein bei Nürnberg. Dr. Strubl ist Mitautor des Buches “Systemwirtschaftlichkeit” (2. Aufl., Göttingen 1999) und Verfasser mehrerer Fachaufsätze zu den Themengebieten Rationalisierung und Lean Management.

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Dr.-Ing. Willibert Schleuter am 16. Mai 2012 in der Aula der Hochschule Ulm •
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Am Mittwochabend (16.05) war Dr.-Ing. Willibert Schleuter nach 2010 zum zweiten Mal für einen Vortrag in der Hochschule Ulm zu Gast. Von 1996 bis 2008 leitete Schleuter die Elektrik- und Elektronikentwicklung (EE) der Audi AG. Er berichtete über seine Erfahrungen während der tiefgreifenden Veränderungsprozesse, die er in seiner Zeit als EE-Chef vorangetrieben hat.

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Mitte der 1990er Jahre hinkte Audi im Bereich Elektronik den großen Konkurrenten Mercedes und BMW deutlich hinterher. Wie kam es, dass Elektronik bis 2004 dennoch eine neue Kernkompetenz der Ingolstädter werden konnte − neben Allradantrieb (quattro), Aluminium Spaceframe-Technologie, direkteinspritzenden Dieselmotoren und Design?

Entscheidend war unter anderem, dass die Audi-Mitarbeiter viele Barrieren zwischen klassischen Funktionalbereichen überwinden konnten. Der “Die da”-Effekt beschreibt, dass in vielen Unternehmen Konflikte entstehen, wenn es um die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit geht. Die Schuld an Fehlern liegt in der eigenen Wahrnehmung aber immer bei den anderen Abteilungen (“die da!”), nie der eigenen. Ein hilfreiches Mittel, um die Beteiligten am Innovationsprozess wirkungsvoller zu vernetzen, ist eine gezielte Job Rotation zwischen Entwicklung, Produktion, Qualitätssicherung und Servicebereichen. Da sich Innovationsnetzwerke in der Autoindustrie auch auf Lieferanten und externe Entwicklungsdienstleiter erstrecken, sind solche Jobwechsel sogar über die Grenzen des eigenen Unternehmens hinweg sinnvoll.

Noch viel mehr solcher Ideen findet man in Dr. Schleuters Präsentationsunterlagen (siehe oben) und in seinem Buch “Die sieben Irrtümer des Change Managements – und wie Sie sie vermeiden”. Das gibt’s auch in der Hauptbibliothek der Hochschule Ulm (Signatur 658.01 Schl). Machen Sie eine Vormerkung, wenn alle Exemplare ausgeliehen sind, um Ihr Interesse anzuzeigen.

Heute Vormittag erreichte mich eine EMail von Dr. Schleuter. Ihm hat der Abend in Ulm hervorragend gefallen. Sein Fazit: “Ulm ist ein Highlight für mich und da komme ich gerne wieder.”

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Audi-Mitarbeiter • Audis MultiMedia-Interface • Dr.-Ing. Willibert Schleuter
(Fotos: Audi AG − 2 −, Campus Verlag) • Zum Vergrößern anklicken

“Starke Führungskräfte sind diejenigen, die sich nicht selbst in den Vordergrund stellen, sondern diejenigen, die es schaffen, andere erfolgreich zu machen. Dann sind sie selbst auch erfolgreich.”

Am Mittwoch, den 16. Mai 2012 hält Dr.-Ing. Willibert Schleuter, langjähriger Leiter der Elektrik/Elektronik-Entwicklung bei Audi und Urheber des einleitenden Zitats, an der Hochschule Ulm den Vortrag:

Change Management in der Automobilindustrie
am Beispiel der Prozesskette Audi Elektronik

Beginn: 17.45 Uhr, Ort: Aula der Hochschule Ulm, Prittwitzstraße 10.

Mitte der 90er Jahre war Audi in puncto Elektronik fast hoffnungslos hinter BMW und Mercedes zurückgefallen. Unter Dr. Schleuter schafften die Ingolstädter eine fulminante Aufholjagd. Bevor aber 2007 der Audi A4 das “Goldene Lenkrad” gewann, wurde der EE-Entwicklungsbereich völlig umgekrempelt. Im Herbst 2009 veröffentlichte Dr. Schleuter das Buch “Die sieben Irrtümer des Change Managements. Und wie Sie sie vermeiden”. Er beschreibt darin die einschneidenden Veränderungsprozesse während seiner Audi-Jahre. Zugleich gibt er konkrete Empfehlungen für Change Management-Prozesse in Industriebetrieben.

Auch als Referent ist Vollblutingenieur und Fußballfan Schleuter eine Klasse für sich. Er liefert handfeste Tipps zum Management komplexer Innovationsprojekte und zur Führung vernetzter Entwicklungsteams – sehr anschaulich, kein Geschwurbel. Knackpunkte werden in klarer Sprache auf den Punkt gebracht. “Authentisch, originell, kurzweilig“ – so das Feedback eines Zuhörers nach einem Schleuter-Vortrag im Juli 2011.

Dr.-Ing. Willibert Schleuter (Jahrgang 1947) ist ausgebildeter Starkstromelektriker und begann 1964 als Betriebselektriker bei den Rheinischen Braunkohlenwerken in Köln. Parallel zur Lehre erwarb er die Fachschulreife. Schleuter studierte zunächst an der Ingenieurschule Köln, dann von 1970 bis 1975 an der RWTH Aachen (Allgemeine Elektrotechnik). 1982 promovierte er dort mit einer Dissertation zum elektrischen Verhalten von Akkumulatoren für Elektrofahrzeuge. Ab 1984 arbeitete er bei der Robert Bosch GmbH, Stuttgart, und leitete dort verschiedene Entwicklungsabteilungen und -bereiche. Von 1996 bis 2008 war Dr. Schleuter Leiter des Bereiches Entwicklung Elektrik/Elektronik der Audi AG in Ingolstadt (ca. 700 Mitarbeiter).

Wer sich auf den Vortrag einstimmen möchte, findet hier Lesestoff. Im Artikel aus dem Magazin “F&E-Manager” erfährt man auch, bei welchem Verein Dr. Schleuter als Kind gerne Fußballer geworden wäre und welches Produkt er in Bezug auf die Elektronik für den bisherigen Gipfel der Ingenieurskunst hält.

Link zum PDF WWW-Link

Der Vortrag ist öffentlich. Die Teilnahme ist kostenfrei. Nicht nur Studierende und Mitarbeiter der Hochschule Ulm sind herzlich eingeladen. Zu den Parkmöglichkeiten finden Sie unten Informationen. Außerdem können Sie das querformatige Plakat gerne nutzen, um Kollegen und Bekannte auf den Vortrag aufmerksam zu machen.

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Jahreswechsel 2011/12

Steffen Wettengl | 21.12.2011 | Allgemein, TIM, Vorträge Keine Kommentare
Weihnachtsmarkt in Ulm – Dr. Willibert Schleuter
(Fotos: RSPS Agentur für Kommunikation, Campus Verlag )

Nur noch zwei Vorlesungen in diesem Jahr. Die obligatorische Nordmann-Tanne habe ich bereits gekauft. Weihnachten kann also kommen.

Bereits am vergangenen Mittwochnachmittag hielt ich auf Einladung des Instituts für Angewandte Forschung unserer Hochschule (IAF) den Vortrag “Technologieunternehmen im Zeitwettbewerb” (siehe auch das Posting “Werbung in eigener Sache”). Wer nicht in Ulm oder beim Weihnachtsgeschenke kaufen war, findet hier die Vortragsfolien zum Download:

Icon: PDF mit Text Icon: PDF mit Text

Auch schon vor ein paar Tagen gingen die Weihnachtsbriefe an verschiedene Empfänger in die Post, die mich an der Uni, bei Bosch und als Professor in den vergangenen Jahren begleitet haben. Als papierenes Attachment zum Anschreiben gab’s die erste Ausgabe von “Updates 2011/12” – vier kompakte Seiten mit einer Vorschau auf Termine 2012 sowie Gedanken zu zwei aktuellen Management-Themen aus den Bereichen Innovationsmanagement und Geschäftsmodellgestaltung. Interessierte finden hier die pdf-Datei:

Updates

Im April 2010 war Dr.-Ing. Willibert Schleuter, der Herr auf dem rechten Foto oben, erstmals an der Hochschule Ulm. Er war von 1996 bis 2008 Leiter der Elektrik/Elektronik (EE)-Entwicklung bei Audi. Mitte der 90er Jahre war Audi in puncto Elektronik fast hoffnungslos hinter BMW und Mercedes zurückgefallen. Unter Schleuter schafften die Ingolstädter aber eine fulminante Aufholjagd. Bevor 2007 der Audi A4 das “Goldene Lenkrad” gewann, wurde unter ihm der EE-Entwicklungsbereich völlig umgekrempelt.

Der Vortrag 2010 war klasse und trotz wichtigen Anschlusstermins (Champions League-Halbfinale Barcelona-Inter im TV) blieben die Zuhörer gespannt bis zum Ende der Diskussionsrunde. Im Mai 2012 kommt Dr. Schleuter erneut. Der Vortrag ist öffentlich. Termin vormerken!

Am Mittwoch, den 16. Mai 2012, hält Dr.-Ing. Willibert Schleuter an der Hochschule Ulm den Vortrag:

Change Management in der Automobilindustrie am Beispiel der Prozesskette Audi Elektronik

Beginn: 17.45 Uhr, Ort: Aula, Prittwitzstraße.

Vollblutingenieur und Fußballfan Schleuter ist auch erfolgreicher Buchautor. Ende 2009 hat er “Die sieben Irrtümer des Change Managements – und wie Sie sie vermeiden” veröffentlicht. Das Buch hat im selben Jahr den Zukunftspreis Managementliteratur erhalten, der vom Bundesverband Deutscher Unternehmer vergeben wird. In der Bibliothek der Hochschule Ulm sind zwei Exemplare verfügbar (Signatur 658.01 Schl). Außerdem findet man im Internet zwei lesenswerte Interviews:

Link zum PDF WWW-Link

Die wirtschaftliche und die politische Entwicklung verlaufen turbulent. Wir befinden uns (weiterhin) in einem krisenhaften, wenig stabilen Umfeld. Aber: “Krise kann ein produktiver Zustand sein. Man muss ihr nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen”, meinte schon lange vor der Eskalation der Euro- und Schuldenprobleme der Schweizer Schriftsteller Max Frisch (1911-1991).

In diesem optimistischen Sinne wünsche ich allen Lesern dieses Blogs und den Teilnehmern meiner Kurse ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute im neuen Jahr.

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Werbung in eigener Sache

Steffen Wettengl | 09.11.2011 | TIM, Vorträge 2 Kommentare

Am Mittwoch, den 14. Dezember 2011 hält Prof. Dr. Steffen Wettengl, an der Hochschule Ulm den Vortrag:

Technologieunternehmen im Zeitwettbewerb
Beispiele aus der Halbleiter-, Automobil- und Luftfahrtindustrie

Beginn: 17.30 Uhr, Ort: Raum B 308, Prittwitzstraße.

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Im Wettbewerb von Industrieunternehmen kommt dem Zeitfaktor große Bedeutung zu. Unternehmen, die Trends verschlafen und mit Produkten erst spät auf den Markt kommen, droht eine unangenehme „Zeitfalle“. Erfolgreichen Innovatoren winken hingegen höhere Umsätze, Preisprämien und Herstellkostenvorteile. Der Vortrag beleuchtet die Wirksamkeit zeitorientierter Wettbewerbsstrategien anhand zahlreicher Beispiele aus verschiedenen Branchen. Einen besonders hohen Stellenwert haben Timingaspekte z. B. in der Halbleiterindustrie. Dies belegt nicht nur die Pleite der Qimonda AG, in die das ehemalige Siemens-Speicherchipgeschäft ausgegliedert wurde. In der zivilen Luftfahrttechnik sind die Marktzyklen einzelner Modelle zwar jahrzehntelang. Dennoch spielt auch bei Neuproduktentwicklungen von Airbus und Boeing der Zeitaspekt eine maßgebliche Rolle. In der Autoindustrie hat der Wettlauf um die besten Plätze auf dem Markt für Elektroautos begonnen. Welche Relevanz hat dabei der Faktor Zeit?

Der Vortrag ist öffentlich. Die Leitung des Instituts für Angewandte Forschung (IAF) lädt herzlich ein. Nicht nur Studierende und Mitarbeiter der Hochschule Ulm, auch Ehemalige und interessierte Gäste sind herzlich willkommen. Zu Parkmöglichkeiten und der Lage des B-Baus kann man sich mit diesem Dokument informieren.

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Bernd Bohr, Mitglied der Bosch-Konzerngeschäftsführung – Zuhörer in der Aula

Vor rund 350 gespannten Zuhörern in der Aula der Hochschule Ulm hielt Bosch-Geschäftsführer Bernd Bohr am Dienstag, den 3. Mai 2011 den Vortrag “Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zum Elektrofahrzeug”. Hier ein paar Anmerkungen zu einigen (subjektiv ausgewählten) Vortragsinhalten und Aussagen des Vorsitzenden des Bosch-Unternehmensbereichs Kraftfahrzeugtechnik:

  • Kein Massenmarkt für Elektrofahrzeuge ohne reduzierte Herstellkosten und spürbare Leistungssteigerungen
    Aus Kundensicht haben Elektrofahrzeuge heute zwei gravierende Nachteile: 1. Reichweite und Lebensdauer der schweren Akkus sind sehr begrenzt (Teslas Reichweitenangabe für den Roadster gilt laut Dr. Bohr nicht für Fahrten auf die Höhen der Schwäbischen Alb). 2. Die Herstellkosten, vor allem für die Batterie, sind zu hoch. Für ein Electric Vehicle (EV) erwartet Bosch im Jahr 2020 Herstellkosten von 16.000 Euro – 5.000 mehr als die Kosten eines Verbrennungsmotorautos. Keine leichte Aufgabe für einen Verkäufer, Kunden mit Hilfe eines 45-prozentigen Preisaufschlags für ein Auto zu begeistern, dass gewissermaßen ständig “auf Reserve” fährt, wenn man an die Reichweite von Autos mit Verbrennungsmotor denkt, die nach Aufleuchten der Tankanzeige noch 80 bis 100 km schaffen.
    An anderer Stelle meinte Dr. Bohr, dass sich Verzichtsfahrzeuge in der Vergangenheit noch nie durchgesetzt haben. Gesucht sind also deutliche Einsparungen bei den Kosten und Verbesserungen bei den Leistungsgrößen. In puncto Stückkosten macht den Bosch-Geschäftsführer der Blick auf das Erfahrungskurven-Konzept optimistisch. Mit erhöhter kumulierter Produktionsmenge sinken typischerweise die Stückkosten. Dies gilt auch für analysierte Bosch-Erzeugnisse. Und je größer der Neuheitsgrad eines Produktes, desto größer ist die Lernrate, um welche die Stückkosten sukzessive zurückgehen. Die bisherigen Fortschritte bei Lithium-Ionen-Batteriezellen für Consumerprodukte (Faktor -3 jeweils zwischen 1995 und 2005, aber auch zwischen 2000 und 2010) stützen Dr. Bohrs Zuversicht für das eröffnete Rennen um günstigere Batterien für den Autoantrieb.
  • Denken in Szenarien
    Wesentliche Einflüsse auf die Marktchancen alternativer Kfz-Antriebe gehen nicht nur von (1) technischen Fortschritten aus, sondern auch von (2) gesetzlichen Rahmenbedingungen und (3) zukünftigen Kundenbedürfnissen. Bei Bosch spielen in der strategischen Technologieplanung Szenarien eine wichtige Rolle. Diese beschreiben “langfristig denkbare Marktumfeldentwicklungen” (Definition der Zukunftsforscher bei Daimler).
    Für das Mobilitätsverhalten der Deutschen 2020ff. sind recht verschiedene Entwicklungen möglich. Zum Beispiel ein Szenario “Virtuelle Personenmobilität”, in dem der Pkw als Verkehrsmittel an Bedeutung verliert, weil immer mehr Menschen nur noch selten real, dafür aber virtuell (über das Internet) mobil sind. Blasse Nerds, die mit 3 GByte Datentransfer pro Sekunde und einem anständigen Pizzaservice in der Nähe zufrieden sind, brauchen keinen Pkw mehr. Regelmäßig wird überprüft, in welche Richtung sich gesellschaftliche Gruppen entwickeln, welche Trends verstärkt wirken und welche Konsequenzen daraus für unterschiedliche Technologien entstehen.
    Auch wenn zukünftige gesetzliche Rahmenbedingungen schwer planbar erscheinen (Dr. Bohr: “Politik ist überhaupt nicht vorhersehbar!”), liegt es sehr stark an staatlichen Anreizprogrammen und Emissionsrichtlinien, in welchem Maß sich alternative Antriebe durchsetzen werden. In einem “Below 10″-Szenario wären 2050 nur noch 10 g CO2 pro km zulässig. Bei einer solch drastischen Verschärfung ginge die Dominanz der reinen Verbrennungsmotorantriebe etwa 2030 zu Ende (nachlesbar auch in der → McKinsey-Studie “Boost!”). Bei Bosch erwartet man offenbar eine für Elektrofahrzeuge weniger rasante Entwicklung. An Brennstoffzellenantrieben wird deshalb zur Zeit nur noch zurückhaltend gearbeitet. Sie bleiben der “Plan B”, sollte die Elektrifizierung des Kfz mit reinen Batteriekonzepten sich nicht durchsetzen.
  • Sailing Ship-Effekt bei Verbrennungsmotoren?
    In seinem Bestseller “Innovation – Die technologische Offensive” beschreibt Richard D. Foster nicht nur das klassische S-Kurven-Konzept, mit dem sich prinzipielle Technologiewechsel griffig erklären lassen. Foster erzählt auch die unglückliche Geschichte des 7-Masters “Thomas W. Lawson”, der noch Anfang des 20. Jahrhunderts mit dampfgetriebenen Schiffen konkurrieren sollte, die ab 1840 aufgekommen waren. Das riesige Segelschiff schaffte zwar bei günstigen Verhältnissen 22 Knoten, erwies sich aber als schwer steuerbar und sank schon fünf Jahre nach Indienststellung. Der Sailing Ship-Effekt beschreibt das Phänomen, dass etablierte Unternehmen beim Auftauchen einer neuen Technologie ihr Heil in einer nochmals verstärkten Weiterentwicklung der bislang dominierenden Technologie suchen – und scheitern.
    Dr. Bohr wies darauf hin, dass bei Verbrennungsmotoren zur Zeit viel mehr Leistungsverbesserung stattfindet als in den vorangegangenen Jahrzehnten (Stichworte: Downsizing, Turboaufladung, Start-Stopp-Betrieb, Benzin-Direkteinspritzung, …). Ist das nun ein ähnliches letztes Aufbäumen wie das der Segelschiffprotagonisten? Wohl kaum. In den allermeisten Szenarien spielt der Verbrennungsmotor noch mindestens 20 bis 30 Jahre eine maßgebliche Rolle im automobilen Antriebsstrang. Teilweise zwar nur noch als eines von mehreren Subsystemen neben Batterie und E-Motor. Aber der Verbrennungsmotor ist noch kein Auslaufmodell.
  • Impulse aus anderen Industrien nutzen
    Bei radikalen Systeminnovationen dringen häufig Unternehmen aus anderen Bereichen in diejenige Branche ein, die vor einem Umbruch steht. Führende Unternehmen können davon profitieren, z. B. Know-how für neue Komponententechnologien frühzeitig einbeziehen. Seit Ende 2008 arbeitet Bosch mit dem koreanischen Elektrokonzern Samsung in einem 50:50-Gemeinschaftsunternehmen (SB LiMotive) an der Entwicklung und Fertigung von Lithium-Ionen-Batteriezellen und -systemen für elektrische Kfz-Antriebe und das elektrische Kfz-Bordnetz. Die Koreaner verfügen aus der Produktion von Notebook-, Mobiltelefon- und Elektrowerkzeugakkus über Erfahrung mit der Lithium-Ionen-Technologie. Bosch bringt z. B. erhebliches Wissen über das elektrische Bordnetz und branchenspezifische Anforderungen in der Autoindustrie mit.
    Aus Bosch-Sicht ist nicht nur das technische Know-how von Samsung hilfreich. Impulse kommen auch aus andersartigen Prozessen. Dr. Bohr wies auf ein konkretes Beispiel hin: Für Bosch-Verhältnisse völlig untypisch wurde im koreanischen Ulsan innerhalb von nur neun Monaten eine Fabrik für die Fertigung von Lithium-Ionen-Batteriezellen aufgebaut. Als Komponentenlieferant und Endprodukthersteller auf Märkten mit deutlich kürzeren Marktzyklen (Computer, Mobiltelefone, Flachbildschirme, …) ist man bei Samsung einen noch schärferen Zeitwettbewerb gewohnt, als ihn Bosch aus der Kfz-Industrie schon kennt.
  • Interne Organisation der Aktivitäten zur Elektromobilität
    Entwicklungsarbeiten für eine völlig neue Technologie sind innerhalb etablierter – und womöglich festgefahrenen – Strukturen einer bislang dominierenden Technologie latent gefährdet. Die klassische Empfehlung zur Organisation von Aktivitäten für prinzipielle Innovationen lautet deshalb: Je neuer die Technologie und das erforderliche neue Know-how, desto autonomer sollte ein Innovationsprojekt in einem Konzern oder sogar außerhalb eingerichtet werden.
    Auf den ersten Blick widerspricht die derzeitige Bosch-Organisation der Aktivitäten rund um’s Elektromobil dieser Empfehlung. Der Produktbereich “Elektrofahrzeug- und Hybridtechnologie” ist Teil des großen Geschäftsbereichs Benzinsysteme mit klassischen Erzeugnissen wie Zündung, Einspritzventilen und Kraftstoffversorgung. Gute Argumente für dieses “Andock-Konzept” liefern aber laut Dr. Bohr zum einen die Synergien im Vertrieb. Die Kunden (BMW, Daimler, …) bleiben vielfach die gleichen. Zum anderen steckt in den mittelfristig zu erwartenden Zwischenstufen auf dem Weg zum rein batteriegestützten Elektrofahrzeug, also Hybrid- und Range Extender-Fahrzeugen, noch ein Verbrennungsmotor, meist ein Benzinmotor. Vorhandenes technisches Know-how für die Technologie Verbrennungsmotor wird also nicht schlagartig entwertet.

Mein Fazit nach gut 100 Minuten Vortrag und Antworten auf Fragen aus dem Publikum: Die Redakteurin Susanne Preuss hatte 2006 recht, als sie in der FAZ über den Bosch-Manager schrieb: “Drumherumreden ist Bernd Bohrs Sache nicht.” Informationen und Einschätzungen aus erster Hand, ohne jeden Versuch des Referenten allwissend zu erscheinen. “Wir wissen, dass der Strukturbruch kommt. Die Frage ist: Wann?” Die Frage nach den in Zukunft vorherrschenden Antriebstechnologien im Kfz bleibt hochspannend.

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